SSD – Entwicklungsgeschichte von Anfang bis Heute

Titelbild Vergleich Info InformationMittlerweile sind fast vier Jahrzehnte vergangen, seit die erste Solid State Drive auf den Markt gekommen ist. Wie alle SSDs war auch dieses erste Modell darauf ausgelegt, Daten schneller zu verarbeiten und verfügbar zu machen als traditionelle Festplatten mit Magnetlaufwerken. Der Name weist darauf hin, dass SSDs keine beweglichen Teile haben, sondern nur über Speicherchips verfügen.

1976 stellte die Firma Dataram die ‚Bulk Core‘ vor, die mit einer Reihe von 256KB-RAM-Chips insgesamt 2MB Speicherkapazität für die Minicomputer von DEC und Data General zur Verfügung stellte. Die 1978 vorgestellte STC 4305 hatte bereits eine Kapazität von 45MB und war seinerzeit wesentlich billiger als der damals von IBM verkauften Trommelspeicher. Zur gleichen Zeit wurde auch die Magnetblasen-Technologie (‚Bubble Memory‘) im Endverbrauchersegment verfügbar, führte aber später in eine Sackgasse. Die sonstigen Vorläufer der modernen SSD basierten zum überwiegenden Teil auf flüchtigem RAM-Speicher und benötigten deshalb eine konstante Stromversorgung.

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Erste Flash-SSD

1988 stellte ein kleiner PC-Hersteller namens Digipro aus Alabama den Prototyp der ersten SSD mit Flashspeicher vor, der durch die Entwicklung der NOR-Speicherchips durch Intel möglich wurde. Das einfach Flashdisk genannte Modell für PCs verfügte über 16MB Speichervermögen und wurde Anfang 1990 in den Größen 2MB, 4MB, 6MB und 8MB ausgeliefert. Konkurrent M-Systems aus Israel stellte 1989 einen eigenen Flashspeicher-Prototypen vor, der aber erst 1995 in den Verkauf gelangte.

M-Systems trieb aber dann lange Zeit die Entwicklung voran und brachte mit der Famile der Fast Flash Disk (FFD-350) eine der ersten SSDs im damals gängigen 3,5-Zoll-Formfaktor auf den Markt. Die ersten FFD-350-Modelle verwendeten eine SCSI-Schnittstelle und hatten eine Größe zwischen 16MB und 896MB. Bei einem Preis von mehreren Tausend Dollar pro Stück fanden sie hauptsächlich Verwendung für militärische Zwecke und in der Raumfahrt.

SSDs werden erschwinglich

Anfang der 2000er-Jahre begannen die Preise für SSDs erheblich zu sinken und 2006 brachte Samsung eine der ersten Flash-SSDs für den Endverbrauchermarkt heraus. Dieses 2,5-Zoll-Modell mit 32GB und einer PATA-Schnittstelle kostete 699 Dollar und war zum Ersatz bestehender magnetischer Festplatten in Laptops gedacht. 2007 folgte SanDisk mit einem ähnlich dimensionierten Modell, der SATA 5000. Diese neue Generation von SSD Festplatten mit eingebautem Wear-Levelling erzielten eine dramatische Verbesserung der Wiederbeschreibbarkeit und wurden eine echte Alternative zu herkömmlichen mechanischen Festplatten. Damit wurde auch eine völlige Neugestaltung des Computermarktes eingeläutet, die bis heute anhält. Wohin das letztlich führt, ist schwer abzuschätzen, aber in der Tradition der SSD steht zu erwarten, dass es eine atemberaubend schnelle Reise wird.

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