Die gängigen SSD Controller mit Vor- und Nachteilen

Titelbild Vergleich Info InformationDer Controller ist das Gehirn der SSD, er steuert die Lese- und Schreibzugriffe und sorgt dafür, dass der Rechner auch die richtigen Daten findet. Man kann seine Funktion deshalb mit der eines Lagerverwalters in einem Versandzentrum vergleichen. Aktuell gibt es mehrere große Anbieter von Controllern, deren Produkte von unterschiedlichen Herstellern verwendet werden. Teilweise nutzen auch einzelne Hersteller für unterschiedliche SSDs Controller verschiedener Hersteller.

Die bekanntesten SSD Controller sind:

  • SandForce – Schnelle Verarbeitung von komprimierbaren Daten
  • Marvell – Effizient mit nicht komprimierbaren Daten
  • Samsung – Vorteil durch alle Komponenten aus einem Haus
  • Indilinx – In vielen SSD Festplatten vertreten
  • JMicron – Günstiger und konkurrenzfähiger Controller
  • LAMD – Junges Produkt mit viel Tradition dahinter

SandForce Controller – Bedeutender Hersteller

Obwohl erst 2006 gegründet und seit 2009 auf dem Markt für SSD aktiv, ist das Unternehmen aus dem Silicon Valley heute einer der bedeutendsten Hersteller für SSD-Controller. Seit 2012 ist SandForce eine Marke der LSI Corporation, einem ebenfalls in der San Francisco Bay Area beheimatetem Hersteller von Halbleitern.

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SandForce Controllern stecken in den SSDs verschiedenster Hersteller, beispielsweise von Corsair, eigene Festplatten produziert LSI nicht. Sie sind vor allem für die Verarbeitung von komprimierbaren Daten geeignet, hier sind sie deutlich schneller als die meisten Konkurrenzprodukte. Denn die meisten SandForce Controller wie beispielweise der SF-1200 komprimieren alle Daten vor dem Speichern. Das erhöht die Geschwindigkeit und beansprucht weniger Speicherplatz. Weil weniger Daten abgelegt werden müssen, bleibt nicht nur mehr Platz, sondern die SSD wird auch weniger stark beansprucht, was die Lebensdauer erhöht.  Außerdem werden alle Daten verschlüsselt gespeichert.

Marvell Controller – Beliebt bei Gamern

Marvell Controller gehören neben den Produkten von Sandforce zu den, die in SSDs am häufigsten verwendeten. Das Unternehmen produziert selbst keine Chips, sondern kümmert sich ausschließlich um Entwicklung und Vertrieb und lässt die Controller von anderen Firmen herstellen.

Marvell Controller sind vor allem bei Spielern beliebt, denn im Gegensatz zu den Konkurrenzprodukten von Sandforce eignen sie sich vor allem für das Speichern von nicht komprimierbaren Daten. Anders als bei vielen SandForce-Controllern werden die Daten nicht automatisch komprimiert, das sorgt für längere Speicherzeiten bei komprimierbaren Daten, doch dafür hängen die Marvell-Controller die Konkurrenten dort ab, wo ohnehin nichts komprimiert werden kann. Außerdem gelten sie als sehr zuverlässig.

Samsung Controller – Alles aus einer Hand

Der koreanische Hersteller Samsung ist einer der wenigen großen Anbieter von SSD-Controllern, der nicht in Kalifornien beheimatet ist. Dass Samsung-Controller wenig bekannt sind liegt vor allem daran, dass sie fast ausschließlich in den SSDs von Samsung verbaut werden. Wer sich für eine Samsung-SSD entscheidet hat daher auch keine Wahl, in der Platte steckt nicht nur selbst produzierter Flash-Speicher, sondern auch ein Controller aus heimischer Produktion. Der wird – anders als bei Herstellern wie Marvell – auch selbst hergestellt und nicht bei Auftragsfertigern bestellt.

Das hat den Vorteil, dass alle Komponenten perfekt aufeinander abgestimmt werden können. Die Samsung-SSDs haben deshalb allgemein einen guten Ruf, vor allem für ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Weitere Hersteller von SSD Controllern: Indilinx, LAMD, JMicron

Neben den drei großen gibt es weitere Hersteller von SSD-Controllern. Die Firma Indilinx ist vor allem für ihren Barefoot-Controller bekannt. Das Unternehmen stammt wie Samsung traditionell aus Südkorea, wurde aber mittlerweile vom kalifornischen Festplattenhersteller OCZ übernommen. Entsprechend findet man diese Controller oft in SSDs von OCZ, aber auch in den Platten anderer Hersteller, beispielsweise von Corsair.

LAMD steht nicht etwa für Los Angeles Medical Department oder eine andere städtische Behörde aus der „Stadt der Engel“, sondern für Link_A_Media Devices. Das Unternehmen stellt Ein-Chip-Systeme her, darunter auch Controller für SSDs. Hinter der noch jungen Firma stehen traditionelle Unternehmen wie die japanischen NEC Corporation, der Festplattenhersteller Seagate oder Micron.

Nicht mit dem Speicherhersteller Micron zu verwechseln ist JMicron, ein Hersteller von SSD-Controllern aus Taiwan. Dessen Produkte liegen preislich meist unter der Konkurrenz, können oft aber auch beim Tempo nicht ganz mithalten.

Fazit: Jeder SSD Controller hat seine Vor- und Nachteile

Der Controller ist eines der wichtigsten Bauteile einer SSD, doch alleine auf ihn sollte man bei der Produktwahl nicht achten. Generell gelten SandForce Controller als schnell bei komprimierbaren Daten, Marvell bei nicht komprimierbaren Daten. Samsung Controller finden sich dagegen fast ausschließlich in Samsung-SSDs und leisten dort gute Dienste.

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